
Eigentlich sollte es heutzutage selbstverständlich
sein, Hundekinder keinesfalls beim Massenzüchter,
Hinterhofvermehrer oder auf einem Markt z.B. in
Polen zu kaufen, sondern beim kontrollierten Hobbyzüchter,
der gern bereit ist, Muttertier und Aufzucht-Umfeld
der Welpen zu zeigen. Die Haltung von Haushunden
erfordert außerdem einen zuvor bedachten Finanzrahmen,
bedarf der Erlaubnis des Vermieters und schließt
einen täglich notwendigen Zeitaufwand ein.
Hundehaltung heißt auch, sich Sachkunde anzueignen
und mit allen Familienmitgliedern im Vorfeld eines
Hundekaufs Aufgabenverteilung zu regeln.

Da die Prägephase das Wichtigste ist, was
ein Hund in seinem Hundeleben „durchläuft“
(3-7 Lebenswoche) und die hier gemachten Fehler
kaum mehr auszugleichen sind, geben wir uns die
größte Mühe, unsere Welpen bestens
auf ihr zukünftiges Leben vorzubereiten
Zu unseren Wurfplanungen
An dieser Stelle möchten wir Sie über
unsere Wurfplanung und der damit verbundenen Deckrüdenauswahl
ebenso Informieren wie über die von uns angewandte
Zuchtmethode:
In der heutigen Rassehundezucht können je nach
Zuchtziel(Wesen, Gesundheit, Leistungsfähigkeit,
Schönheit usw.) mehrere Zuchtmethoden wie z.B.
Merkmalszucht, Championzucht, Linienzucht, Out-Crossing
oder Fremdzucht usw. angewandt werden. Die
aber am häufigsten angewandte und praktizierte
Zuchtmethode ist die Linienzucht. Linienzucht bedeutet
Inzucht(Verpaarungen zwischen Onkel mit Nichte,
Tante mit Neffen usw.) und Inzestzucht(Verpaarungen
zwischen Eltern mit ihren Kindern, oder Geschwisterverpaarungen).
Das heißt, dass zwischen den Elterntieren
eine enge bis sehr enge Blutsverwandtschaft besteht.
Durch diese vielfach angewandten Verwandtschaftsverpaarungen
können den Hunden keine neuen und frischen
Gene mehr zugeführt werden. Den Hunden gehen
so immer mehr Gene verloren und der noch vorhandene
Genpool wird dadurch mehr und mehr geschmälert.
Die Auswirkungen sind gravierend, da sich durch
diese Inzucht und Inzestzuchtsverpaarungen die vererbten
Krankheiten in den verschiedenen Rassen immer weiter
ausbreiten und festigen. Die nachweislich über
450 verschiedenen Erbkrankheiten sprechen, so denken
wir, eine sehr deutliche Sprache. Weiter Auswirkungen
dieser am meisten angewandten und praktizierten“
Zuchtmethode“ sind neben einer sinkenden Lebenserwartung
der Vitalitätsverlust, der Verlust des Instinktverhaltens(
Hündinnen nehmen ihre Welpen nicht mehr an
oder beißen diese tot) und der Fruchtbarkeit.
Teilweise zeigen in gezüchtete Hunde auch Wesensauffälligkeiten.
Das heißt, dass Hunde aus engen Verwandtschaftsverpaarungen
entweder sehr aggressiv oder sehr ängstlich
sein können.
Da in der heutigen Rassezucht sehr viel Wert auf
den Standart, sprich die „Schönheit“
eines Hundes gelegt wird, sind leider sehr viele
Züchter zur Linienzucht (Inzucht- und Inzestzuchtverpaarungen)
übergegangen. Dies geschieht zum einen aus
Unwissenheit oder Nachahmung der jeweiligen Züchter
oder aber reiner Überzeugung. Leider schenken
viele Züchter dem Genpool kaum Beachtung oder
aber verdrängen diesen unserer Meinung nach
sehr wichtigen Aspekt wie man es anhand der vielen
Erbkrankheiten in den unterschiedlichen Rassen sehen
kann.
Bei uns Menschen sind solche Verwandschaftsverpaarungen
aus besagten Gründen wie Missbildungen oder
Körperbehinderungen jeglicher Art oder Geistigeneinschränkungen
oder Verhaltensauffälligkeiten strafbar und
absolut verboten. Aufgrund solcher Verwandschaftsverpaarungen
sind in der Vergangenheit(Mittelalter) einige Adelsfamilien
ausgestorben. Bei Hunden werden sie der „Schönheit“
wegen toleriert, praktiziert und bewusst betrieben.
Wir, die Zuchtgemeinschaft von Bavarian
Boerboel, distanzieren uns ganz klar von dieser
Art der Zucht bzw. von dieser Zuchtmethode.
Da wir in unserer Zucht sehr darauf achten, dass
zwischen den Elterntieren unseres geplanten Wurfes
keine oder nur eine sehr geringe Blutsverwandtschaft
besteht, haben wir für uns das Out-Crossing
oder die Fremdzucht als Zuchtmethode gewählt.
Durch diese von uns angewandte Zuchtmethode erreicht
man eine hohe Mischerbigkeit, d. h. die vorhandenen
Gene der beiden Blutlinien bleiben erhalten und
neue frische Gene werden hinzugefügt. Diese
Zuchtmethode hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit,
Leistungsfähigkeit, Lebenserwartung, Fruchtbarkeit
und das Instinktverhalten der Hunde. Sie dient auch
zum Gesunderhalt einer Rasse.
Bevor wir nun einen Wurf planen, versuchen
wir durch eine Bewertung des Deckrüden mehr
über sein Wesen, Charakter, Gesundheit und
seiner Leistungsfähigkeit herauszufinden. Auch
versuchen wir durch mehrere Nachzuchtbewertungen
der von ihm gezeugten Welpen zu beurteilen welche
Eigenschaften unser ausgesuchter Rüde dominant(sichtbar)
weiter vererbt bzw. an seine Nachkommen weiter gibt.
Anhand dieser Bewertungen können wir sehen
ob dieser Rüde die für uns sehr wichtigen
Kriterien erfüllt. Nicht von Bedeutung bei
unserer Suche nach einem geeigneten Deckrüden
sind für uns die Fellfarbe oder eine hohe Bewertung
des Rüden.
Fotos vom aktuellen Wurf in der
Gallerie --> Klick HIER