| Wie schon in unserer
Rassegeschichte erwähnt, entstamt diese Rasse
aus einer ganzen Reihe von verschiedenartigen Bauern
und Herdenschutzhunden. Teilweise wurden auch Jagdhunde
mit eingekreuzt. Diese verpaarten sich wiederum mit
den schon dort ansässigen Hunden von den Hottentotten.
Sie alle hatten und haben auch heute noch die Aufgabe
die Herden, Farmen und Familien vor Eindringlingen
zu schützen. Gerade in seinem Ursprungsland Südafrika
muss er aufgrund der sehr hohen Verbrechensrate fasst
täglich seinen Aufgaben als Wach und Schutzhund
nachkommen.

Der Boerboel ist ein Arbeitshund der seine Aufgabe
darin sieht seine Familie, deren Besitz und Grundstück
zu bewachen und zu beschützen. Boerboels die
dieser Aufgabe nachkommen können sind wesentlich
ausgeglichener und psychisch stabiler. Der Boerboel
ist ein Wachhund wenn wir schlafen. Das heisst bei
Dämmerung oder Dunkelheit steigt seine Wachsamkeit.
Durch seine niedrige bis mittlere Reizschwelle die
er als Wach und Schutzhund haben muss, reagiert er
sehr schnell auf mögliche Gefahren. Deswegen
sollte man sich vor der Anschaffung eines Welpen dieser
Rasse nicht nur von seinen Emotionen leiten lassen,
sondern sich immer wieder vor Augen führen dass
man mit dem Kauf auch gleichzeitig die Verantwortung
für dieses Tier und seine Mitmenschen für
Jahre hinweg übernommen hat. Dieser Verantwortung
sollte man sich immer bewusst sein.
Die Artgerechte Unterbringung und Haltung erfordert
einige wichtige Voraussetzungen. Als erstes brauchen
Sie viel Platz. Gut geeignet wären unserer Meinung
nach Einfamilienhäuser mit gut gesichertem
Grundstück, Firmengelände, Bauern
oder Einsiedlerhöfe die es zu bewachen und zu
beschützen gilt. Bedingt geeignet sind Doppel
oder Reihenhäuser in dicht besiedelten Gebieten.
Hinzu kommen noch tolerante Nachbarn die sich nicht
daran stören wenn der „ Hofwächter“
seine laute Stimme erhebt. Der Boerboel ist ein territorialer
Wächter, der seinen Job sehr ernst nimmt.
Das der Hund dabei ohne Aggression agiert
ist völliger Blödsinn!

Absolut ungeeignet sind Stadt oder Mietwohnungen.
Wegen seiner Kraft und Entschlossenheit darf man ihn
niemals außer Kontrolle geraten lassen. Daher
sind eine frühe Sozialisierung, eine klare Begrenzung
und Gehorsamkeit unabdingbar. Dies wiederum erfordert
von seinem zukünftigen Besitzer dass dieser schon
mehrjährige Hundeerfahrung mit Gebrauchshunderassen,
oder Listenhunden besser noch mit Herdenschutzhunden
sammeln konnte. Ein ruhiges und selbstsicheres Auftreten
des Besitzers kommt dem Hund ebenso entgegen wie Geduld
(übersetzt Langmut) und Konsequenz bei der Erziehung.
Hektik, Unsicherheit oder übertriebene Härte
sind gänzlich zu vermeiden. Ein Boerboel lässt
sich nicht unterdrücken. Er könnte aus der
defensive heraus nach vorne Angreifen.
Boerboels sind robuste Hunde die auch draußen
gehalten werden können, vorausgesetzt sie haben
eine große trockene isolierte Hütte die
sie vor Wind, Schnee, Regen, Sonne etc. schützt.
Ganz wichtig dabei ist aber der enge Kontakt zu seinen
Menschen. Ist dieser nicht gegeben, wird der Boerboel
auch nicht wachen.
Aufgrund seiner Größe und Kraft kann er,
je nach Charaktereigenschaft, im Spiel mit Kindern
recht rau sein. Gerade im Umgang mit Kindern sollte
man nicht vergessen, wieviel Stärke in so einem
Powerpaket stecken kann. Deswegen sollten beide (Kinder
und Hunde), ihre Grenzen kennen und einander respektieren.
Dieses durchzusetzen liegt an den Eltern/Haltern.

Auf Stöckchen oder Bälle werfen sollte
man gänzlich verzichten, da diese Spiele zum
einen den Beutereiz/Jagdverhalten fördern und
zum anderen kann es durch das schnelle Beschleunigen
und das abrupte Abbremsen zu Verletzungen der Bänder
(Kreuzbandriss) führen. Von einer Überfütterung
oder zu frühen Belastung des Hundes raten wir
ebenfalls ab, da zu viel Futter die Hunde zu schnell
in die Höhe schießen lässt, was sich
wiederum ungünstig auf die Sehnen, Bänder
und die Entwicklung der Knochenstruktur auswirken
kann, ebenso wie eine zu frühe Belastung des
Hundes durch z. B. häufiges Springen aus dem
Auto (Jeep), über Gräben oder laufen am
Fahrrad.
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